Die Zeit rückt nun immer näher bis zum Beginn unserer Tour. Letzi macht ja bereits heute abend los mit seiner Freundin zu einer Woche Liebesurlaub. Leider gab es bei ihm ein Problem bei der syrischen Botschaft. Die Jungs dort haben es verpeilt ihm ein Visum für beliebig viele Einreisen auszustellen. Somit hat er zwar für ein Visum bezahlt, dass ihm mehrere Einreisen ermöglicht, aber bekommen hat er nur eins für eine einmalige Einreise. Schade, denn somit hat sich es wohl erledigt gemeinsam in den Libanon oder nach Jordanien zu fahren. An der Grenze ist es wohl nicht möglich ein neues Visum für Syrien zu bekommen. Mir kam allerdings die Überlegung, das doch jedes Land froh ist, wenn MC Stinkesocke wieder aus dem Land ist und jedes Land dann alles unternehmen wird, um Problemfälle loszuwerden. Von daher können wir ja doch in ein Nachbarland radeln. Na schaun wir mal. Jedenfalls allein werd ich wohl nicht ein anderes Land besuchen. Ansonsten hatte ich die Möglichkeit mit einem Syrer etwas zu plaudern. Siffi war zu Besuch, der Ehemann von einer Schulfreundin von der Freundin meines Bruders. Er gab mir einige sehr interessante Infos über Land und Leute. Fahrrad fahren in kurzen engen Radlerhosen wird anscheinend doch nicht als nackt angesehen. Entgegen alter Infos, wo es hieß, dass man in kurzen Hosen als unbekleidet angesehen wird. Ein bisschen Bange wurde mir nur, als er meinte, der Osten des Landes ist sehr bergig und es geht nur steil hoch und runter. Allerdings sei es wohl landschaftlich sehr schön. Viele grüne Wälder und auch wilde Tiere. Die ungefähre Entfernung von Aleppo bis Damaskus beträgt ca. 450km. Wieder etwas neues erfahren, denn bisher haben wir über die Entfernungen so gut wie gar nichts gewusst. Einige bedeutende Orte sollten wir auf alle fälle anschauen. An der Ostküste Ugarit. Hier wurde das älteste Alphabet der Welt gefunden. Auf diesem bauen wohl alle Sprachen und Buchstaben auf. Rund um Aleppo gibt es um die 5oo tote Städte. In der Nähe von Damaskus ist Maaluna, hier wird noch die alte Sprache Christi gesprochen. Dann natürlich Aleppo, Damaskus und Palmyra. Aber auch er meinte, dass die Zeit viel zu knapp ist um alles zu sehen. Man könnte Jahre verbringen in Syrien und selbst dann hat man noch nicht alles gesehen. Ein sehr geschichtsträchtiges Land. Hier ist der Beginn allen ersten zivilisierten Lebens. Ein syrisches Sprichwort besagt auch: „Jeder Mensch hat zwei Heimaten, Syirien und die seinige.“ So langsam steigt die Spannung immer mehr und die Hummeln im Hintern werden immer wilder. Die letzen 8 Tage nun noch im Kreise von Familie und Freunden genießen, bevor es mit Letzi in den Ort Orient geht…
Ma’lula heisst das Dörfchen.
Ich war zwar immernoch nicht dort,
bin aber mit dem Radel von Erlangen (bei Nürnberg) nach Istanbul gefahren, von dort aus nach Adana mit dem Zug und dann wieder mit dem Rad weiter – Ceyhan, Dörtyol, Iskenderun, Belen, Hamamat , Reyhanli und Halab.
In Aleppo bleibe ich nun bis ins Frühjar.
Grüße in die Heimat!
Von: Jonas Eberlein am November 14, 2007
um 4:04