Verfasst von: PaKu | September 29, 2007

Japanische Mondlandung

Nachdem wir die luftigen Hoehen etwas verlassen haben und uns nur noch zw. 1100 und 1500 Metern bewegen, ging es mal wieder endlose Landstrassen entlang. Unsere Mittagspause verbrachten wir an einem herrlich gelegenem Bergbach. Die Sachen und man selbst wurden ein bisschen gereinigt. Ich hatte dann auch mal wieder das Glueck, einen Platten zu bekommen. Da es bis zum naechsten Ort ein Stueckchen war, hiess es schieben. Doch hier dauert es nicht lange, bis man Hilfe gefunden hat. Nach 5 Minuten Schieben kam Metin Y., ein tuerkischer Teppichhaendler, und nahm uns 20 km bis zur naechsten Tankstelle mit. Hier haben wir dann gleich komplett alles gewechselt. Ersatzschlauch und Ersatzmantel draufgezogen und alles war wie neu. Wir entschlossen uns dann auch neben einer Raststaette zu naechtigen. Mit Hundebgebell, lauter Musik und Strassenlaerm in den Ohren fanden wir dann irgendwann den Schlaf. Wir entschlossen uns dann am nachsten Tag auch mit dem Bus weiterzufahren. 7 Tage Radeln ohne Pausentag und nur Schlafen im Zelt machten sich bemerkbar. Die letzten 3 Naechte waren auch sehr kalt. Tagsueber Temperaturen ueber 30 Grad und in der Nacht unter 10. Mit dem Bus ging es dann 60 km gen Norden und von dort nochmal 10 km mit dem Rad nach Goereme in Kappadokien. Was uns hier fuer ein Anblick geboten wurde ist unbeschreiblich. Wenn ich mir eine Mondlandung vorstelle, dann so. Eine durch einen Vulkanausbruch entstandene Landschaft, wo frueher sogar Menschen wohnten. Heute ist es leider eine reine Touristenattraktion. Wir fanden auch eine sehr nette und guenstige Pension. Hier angekommen sprangen wir erstmal in den Pool und genossen unser Bier. Stolz auf unsere 1600 geradelten Kilometer und ziemlich erschoepft sassen wir da und genossen es einfach mal nichts zu machen. Doch dann steht auf einmal ein japanischer Radler auf dem Hof. Wir begruessten ihn freundlich ‘Na auch mit dem Rad unterwegs? Wieviel km haste denn schon runter?’ Seine Antwort war kurz und trocken: 1.175.500 km. Der Typ ist seit 9 Jahren unterwegs und schon 3mal um die Welt geradelt. Einfach nur unglaublich. Wir gaben ihm ein paar Tipps fuer Syrien und heut morgen ist er wieder los gen Orient. Sebastian ist uebrigens gerade dabei Platten Nummer 4 und 5 zu beheben. Da haben sich die 70 Euro fuer neue Reifen wirklich gelohnt. Und wie bereits erwaehnt: Reifen mit einer Unplattbargarantie. Wir werden noch bis Sonntag in Goereme bleiben und die Landschaft hier ohne Gepaeck erkunden. Am Sonntag werden wir dann mit dem Nachtbus nach İstanbul duesen.

Kappadokien


Antworten

  1. Wunderschön.


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